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Was ist ein implantierbarer Defibrillator ( ICD ) ?

Die Grundfunktion eines jeden ICD ist es, Ihren Herzrhythmus ständig zu überwachen und bei Auftreten eines sehr schnellen Herzrhythmus (Herzrasen= Tachykardie) diesen mittels eines Elektroschocks zu beseitigen. Dieser sehr schnelle Herzrhythmus wird je nach Erscheinung und Schnelligkeit von den Ärzten als Kammerflimmern, Kammerflattern oder Kammertachykardie bezeichnet. Da während dieses Herzrhythmus das Herz entweder gar kein Blut oder nur sehr wenig Blut pumpt, kann dieser einem Herzstillstand gleichkommen und bei Fortbestehen zum sogenannten plötzlichen Herztod führen. Um diesen Fehlrhythmus zu beheben, können zum Beispiel Notärzte via äusseren Defibrillator einen Elektroschock über zwei dem Brustkorb aufzusetzende Elektroden anwenden. Das bei Ihnen eingesetzte Gerät ist ein solcher in Miniaturausgabe, der in den Körper eingesetzt wird (implantiert). Daher stammt die Bezeichnung implantierbarer Defibrillator.

Mittlerweile ist in jedem ICD zusätzlich ein Herzschrittmacher integriert, so dass auch der Schutz vor einem zu langsamen Herzschlag gewährleistet ist.

Das Gerät wird üblicherweise links unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut implantiert und steht über ein oder mehrere Kabel (Elektroden) mit dem Herzen in Verbindung. Diese Elektroden sind die Fühler des Defibrillators, um den Herzrhythmus zu überwachen und auch zu behandeln .

Die Elektroden werden über eine Vene ( Vena Cephalica oder Vena Supclavia) ins Herz eingebracht und dort je nach Gerät in einer oder zwei Herzkammern verankert .

Die Operation dauert zwischen 30 und 90 Minuten und wird meist in Vollnarkose durchgeführt

Medizinische Fachbegriffe

  1. Antiarrhythmika: Medikamente gegen Rhythmusstörungen
  2. antibradykarde Stimulation: Abgabe von elektrischen Impulsen an den Herzmuskel, um normalen Herzrhythmus zu erzeugen (Herzschrittmacher)
  3. antitachykarde Stimulation: Abgabe von elektrischen Impulsen an den Herzmuskel, um Herzrasen zu beenden
  4. Asystolie: Herzstillstand
  5. Arrhythmie: unregelmäßiger Herzschlag
  6. Atrium: Kammer in der oberen Herzhälfte: linker und rechter Vorhof
  7. Block: vorübergehende oder dauerhafte Unterbrechung der Reizleitung im Herzen
  8. Bradykardie: langsame Herztätigkeit
  9. Defibrillation: wörtlich: Entflimmerung; Energieentladung, die den Herzrhythmus normalisiert
  10. Diastole: Erschlaffen des Herzmuskels, kurze Ruhepause des Herzens
  11. Elektrode (Sonde): isolierter Leitungsdraht, der elektrische Impulse zwischen dem ICD und dem Herzmuskel überträgt
  12. Elektrokardiogramm (EKG): graphische Darstellung der elektrischen Erregungsabfolge im Herzen, aus welcher der Arzt den Ablauf der einzelnen Phasen eines einzelnen Herzschlags erkennen kann
  13. Endokard: Innenwand der Herzkammern
  14. Epikard: Außenhaut des Herzens
  15. Extrasystole: Schlag des Herzens außerhalb des normalen Rhythmus; kann Herzrasen oder Kammerflimmern auslösen
  16. Hypertonie: erhöhter Blutdruck
  17. Kammerflattern/-flimmern: schnelle, unkoordinierte Kontraktionen von einzelnen Herzmuskelfasern
  18. Kardiomyopathie: Herzmuskelerkrankung
  19. Kontraktion: Zusammenziehen der Herzmuskulatur
  20. Koronararterien: Arterien, die das Herz mit Blutversorgen
  21. Myokard: Herzmuskel
  22. Myokardinfarkt: Herzinfarkt; dabei verstopfen Herzkranzarterien durch Blutgerinnsel; ein Bezirk des Herzmuskels stirbt ab und wird durch Narbengewebeersetzt
  23. Programmierbarkeit: Einstellbarkeit eines ICD auf individuelle Erfordernisse von außen; ohne chirurgischen Eingriff möglich
  24. Sinusknoten: natürlicher Schrittmacher des Herzens im rechten Vorhof
  25. Sinusrhythmus: elektrische Übertragung eines Impulses, der im Sinusknoten entsteht, das Herz durchläuft und mit der Kontraktion der Herzkammern abschliesst; wiederholt sich 60- bis 80-mal pro Minute
  26. Stimulus: elektrischer Impuls an das Herz; bewirkt Kontraktion oder beendet eine Tachykardie
  27. Synkope: Bewusstlosigkeit, verursacht durch Fehlfunktion des Herzens
  28. Systole: Zusammenziehen des Herzmuskels; Pumpaktion des Herzens
  29. Tachykardie: schnelle Herztätigkeit; über 100Herz-schläge pro Minute
  30. Ventrikel: Herzkammer in der unteren Herzhälfte
  31. ventrikulär: Herzkammer betreffend


Ansprechpartner
ICD-Selbsthilfegruppe

Zentralschweiz
Schweizer Selbsthilfegruppe für
ICD-Patienten
Ansprechpartner: Dr. Beat Weber
Adresse: Mozartstrasse 26
6004 Luzern
Telefon: 041 420 10 76
mail@icd-selbsthilfegruppe.ch
   
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